Domino rockt 14-Nothelfer-Kapelle

In einer mit etwa 150 Besuchern gut gefüllten 14-Nothelfer-Kapelle in Gonsenheim erklingt ein Intro zum Titel „Nach Haus“ von Silbermond, dann kommt die Band von „Domino“ an ihre Instrumente und übernimmt den Klang aus dem Off, bevor der Song von der musikalischen Leiterin Monika Prager hervorragend solistisch auf dem Saxofon vorgetragen wird. Beim Titel „Tuxedo Junction“ erstrahlt zum ersten Mal der beeindruckende Klang des Chores „Domino“, bei Blue Skies ist man völlig fasziniert, wie nur 12 Sängerinnen und Sänger einen solchen Sound hervorbringen können. Ein tolles Konzert nimmt an diesem Sonntagabend, dem 6. Juli, seinen Anfang. Es wird erfrischend wenig angesagt, nur der Hinweis, dass der Erlös dem Stadtteiltreff Gonsenheim zugute kommt, und in witziger Art der Hinweis, dass Handys jetzt stören würden.

Es folgen Titel von Carol King und Billy Joel, das Publikum geht immer besser mit, schnippt mit den Fingern und klatscht. Die Mischung stimmt, unterschiedliche Stilrichtungen und Besetzungen sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Als der Gittarist „Halt Dich an mir fest“ von Revolverheld solistisch beginnt und im Duett mit der Chorleiterin singt, bekommen viele Zuschauer erstmals eine Gänsehaut. „Someone like you“ von Adele solistisch von drei Frauen in großer Brillanz vorgetragen, der Tontechniker kommt nach vorne und singt „Fix you“ von Coldplay so zart und einfühlsam und zieht sich wieder an sein Mischpult zurück, drei der Männer geben den Song „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ von den Söhnen Mannheims so groovig zum Besten, als ob sie den Song selbst komponiert hätten. Die Leichtigkeit im 6/8-Takt von „Breakaway“ beschwingt die Zuhörer, der Chorsatz bei „Father“ von Tore W. Aas strahlt durch die Kapelle, selbst vor Hubert von Goisern und seinem „Weit weit weg von mir“ schreckt man nicht zurück. Einfach toll!

Man kann Domino zu diesem Konzert nur gratulieren. Der Klang war klar und ausgewogen, ein Kompliment an die Techniker die dafür gesorgt haben, dass der Chor immer gut zu hören und jedes Wort zu verstehen war. Auf dem routinierten Fundament, welches die Band facettenreich darbot, schufen Chor und Solisten erstklassigen Hörgenuss. Der Chor, der das komplette Programm auswendig sang, war so präsent, dass es unter die Haut ging. Schon vor den Zugaben „Angel“ von Robby Williams und „Viva la Vida“ von Coldplay war der Applaus frenetisch, die gesummte Stelle im letzten Stück wurde von den Zuschauern eigenständig wieder und wieder angestimmt, bis der Schlagzeuger endlich den Rhythmus wieder aufnahm und man noch eine Schleife wiederholte.

Bei einem Glas Sekt und der Möglichkeit sich über die Arbeit des Stadtteiltreffs zu informieren klingt der Abend vor der 14-Nothelfer-Kapelle bei schönem Wetter aus. Man freut sich miteinander und macht sich dann summend auf den Heimweg. Manchmal gibt es Momente, wo für einen kleinen Augenblick die Zeit zu stehen scheint und alles stimmt, alles passt, alles richtig ist. Dieses Konzert war so ein Moment. Danke Domino! (hes)