Brücken bauen statt Mauern zu errichten

Begegnungsfest am 19. Mai

Schon beim Aufbau waren alle Beteiligten, auch die Geflüchteten, in voller Aktion. Hauptsache Ablenkung von dem momentanen Wartezustand, in dem sie sich befinden, bis sie wissen, was mit ihnen geschieht. Das Fest in der Housing Area, organisiert von der Gruppe „Begegnung" im Flüchtlingsnetzwerk „Miteinander Gonsenheim" startete mit einem Lied von Sigurd Rentz über das Schaffen von neuen Brücken und einer kleinen Rede von Colette Smeraldy vom Stadtteitreff Gonsenheim. Voll war es, denn die direkte Nachbarschaft um die Housing Area wie auch andere Gonsenheimer ließen sich gerne darauf ein, ein Stück näher an andere Kulturen zu treten und sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Mit einem Gruppentanz, den die meisten von uns noch aus Kindertagen kennen, ging es weiter, wodurch nicht nur die Sonne am Himmel, sondern auch die Kinderaugen zu strahlen begannen und das erste Eis gebrochen wurde. Verschiedene Arbeitsgruppen des Flüchtlingsnetzwerks wurden vorgestellt wie die neue Strickgruppe, die Kochgruppe oder auch die Fahrradwerkstatt, die sich direkt in der Housing Area niedergelassen hat. Das vorgestellte Deutschlernprogramm, zu dem man sich gleich vor Ort anmelden konnte, konnte den Ansturm kaum bewältigen.

Zur Verköstigung gab es Kaffee und Tee und ein reichhaltiges Fingerfood-Buffet, um den Müll in Grenzen zu halten. Auch Becher oder Tassen sollten mitgebracht werden, was gut funktionierte. Man konnte sich durch verschiedene Kochkulturen schlemmen, sowohl als Fleischliebhaber wie auch als Vegetarier, egal ob deutsch, syrisch oder albanisch.

Natürlich gab es während des Festes durchweg Musikuntermalung, was spontan auch für eine Überraschung sorgte. Ein junger Mann aus der Menge meldete sich und wollte ein arabisches Lied vortragen. Da keiner ihn begleiten konnte, entschied er sich mutiger weise, vor all den Menschen a-capella zu singen, was gut gefiel. Weitergehen konnte es ja nur noch mit „schall&rauch", der Musikgruppe aus dem Stadtteiltreff. Der heutzutage eher seltene Musikstil in Richtung Polka-Folklore bewies wieder einmal, dass Musik verbindet und keine Barrieren kennt. Auch für die Kinder wurde stets etwas geboten. Es gab laufend Elfmeterschießen und es kam eine Clownsgruppe, die mit ihrer Pantomime-Show natürlich prima als Brücke zur Verständigung diente. Integration kann nur funktionieren, wenn möglichst viele sich darauf einlassen. Immer wieder werden Helfer für die verschiedenen Netzwerkgruppen gesucht. Wer Interesse bekommen hat,einfach auf der Homepage des Stadtteiltreffs schlau machen, dort erfährt man auch, wo und wann das nächste Fest stattfindet. Ein besonderer Dank geht an die Baptistengemeinde, die mit einem Frauenkleiderbasar 500 Euro sammelte und demFlüchtlingsnetzwerk zur Verfügung stellte. (OW)


Erfolgreiches Begegnungsfest