Pressekonferenz: Tafel und Brotkörbe Mainz

Die beiden „Brotkörbe" von Gonsenheim und Weisenau bestehen inzwischen seit genau zehn Jahren. Einesteils ist das ja ein Grund zum Feiern, aber andererseits ist es in unserem reichen Deutschland schon zum Schämen, dass es so etwas wie die Tafeln und Brotkörbe überhaupt geben muss. Der Brotkorb Gonsenheim versorgt zur Zeit 159 Familien.

Die Schere zwischen ARM und REICH geht in unserem Land immer weiter auseinander! Das merken wir auch in Mainz. Immer mehr Menschen, die von Grundsicherung leben, wenden sich an die Tafeln und Brotkörbe, um Unterstützung zu erhalten. Aber diese Systeme haben Grenzen, immer häufiger kommt es zu Aufnahmestopps für neue „Kunden". Durch zunehmende Logistik auf Seiten der Händler wird der Aufwand immer größer, um die gleiche Menge wie bisher an gespendeten Waren einzusammeln. Es fehlt an Spendenbereitschaft und auch an den nötigen ehrenamtlichen Helfern. Und natürlich ist auch die momentane Zunahme an Migranten ein Problem.

Um auf diese Tatsachen aufmerksam zu machen und gleichzeitig eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, hatte man am 13. Juni zu einem Pressegespräch in den Stadteiltreff Gonsenheim eingeladen. Pressevertreter verschiedener Zeitungen, der SWR (Rundfunk / Fernsehen) sowie die Leiter und Sprecher der verschiedenen Brotkörbe und der Mainzer Tafel waren erschienen. „Wenn Brotkörbe schon notwendig sind, muss sich die öffentliche Hand auch mehr beteiligen", so Diakon Wolfgang Ludwig, Leiter des Brotkorbs Weisenau, zu Beginn der Diskussion und alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass sich da politisch unbedingt etwas ändern muss. „Außer, dass mir viele ehrenamtliche Helfer fehlen, gibt es aber auch großen Finanzierungsbedarf für die Räumlichkeiten, in denen die Verteilung der Lebensmittel stattfindet", berichtete Adolf Reuter über die Situation der Mainzer Tafel, die er leitet. Stephan Hesping, Leiter des Gonsenheimer Brotkorbs, beklagte, dass inzwischen immer weniger Lebensmittelspenden eingehen. „Die Firmen produzieren nicht mehr so viel auf Vorrat, so dass kaum noch ein Überschuss entsteht und es schon eine Fleißarbeit ist, die vielen Märkte anzufahren und um Lebensmittel zu bitten", sagte er in seinem Interview dem SWR. Gemeinsam wurde dann notwendiger Unterstützungsbedarf aufgezeigt: Kontakte zu neuen Händlern, nicht nur im Bereich Lebensmittel, finanzielle Hilfe der Kommune zum Beispiel für Raumkosten, Hilfe bei der Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter, Hilfe durch Spenden, um darüber Zukäufe zu organisieren und Hilfe durch Aktionen, in denen Waren für die Organisationen gekauft werden.

Wenn Sie mithelfen und den Brotkorb unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an den Stadtteiltreff Gonsenheim. (CM)

Link zum SWR-Beitrag in der Landesschau-Aktuell (ab Min. 11:15)

http://swrmediathek.de/player.htm?show=a073a380-3195-11e6-a659-0026b975e0ea

und hier zum Bericht von "Glaube und Leben"