Okzident begegnet Orient im Barocksaal des Gonsenheimer Rathauses

Benefiz-Ausstellung

Die 10-tägige Benefiz- Ausstellung „Miteinander – Gegenüber" in dem schönen Barocksaal des Rathauses in Mainz-Gonsenheim endete mit einer sehr harmonischen Abschlussveranstaltung am Sonntag, den 26.09.2016. Während in Syrien die Zivilbevölkerung erneut auch an diesem Abend durch Bombenabwürfe abgeschlachtet wurde, demonstrierten wir alle, die Anwesenden an diesem Abend, gemeinsam über die Musik eine kommunikative Integration zwischen Okzident und Orient: irische Harfenklänge und syrische traditionelle Musik.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen an dem Zustandekommen der Abschlussveranstaltung beteiligt waren:

Finja Hoffmann, das Harfenmädchen. Sie spielt eine böhmische Wanderharfe, die sie selbst gebaut hat und sie wird von Schona Milhalys-Marquart seit 4 Jahren unterrichtet; die Harfenistin und Sängerin Schona Mihalys-Marquart spielt eine keltische Klappenharfe, die Cellistin, die die beiden Harfenistinnen begleitete, ist die Mutter von Finja, unentbehrlich als Begleiter und Fahrer ist der Vater von Finja, Herr Hoffmann, denn die Harfen sind schwer. Schließlich die 4 syrischen Musiker der Neu-Tor-Band: Anas ( Oud, Gitarre ) , Khalil ( Tanbur ), Mohammad ( Geige ), Hisham( Gesang, Trommel ). Sie gehören zur Neu-Tor-Band aus der Welt Musik Akademie Mainz in der Neutorstraße 10. Die Betreuerin der Musiker: Gilda Farshidfar, die in der Welt Musik Akademie tätig ist, begleitete die Musiker, die sämtliche Flüchtlinge sind. Anwesend war auch die Vorsitzende der Soroptimisten Mainz, Frau Doris Peckhaus, die erläuterte, warum die Frauenorganisation vom Grundsatz, Mädchen und Frauen zu unterstützen, abgewichen ist und nun die musizierenden Flüchtlinge im Chor und in der Band unterstützt.

Der 2. Stellvertreter der Ortsvorsteherin Frau Sabine Flegel, Herr Wolfgang Oepen, begrüßte die Anwesenden und wies auf die gelungene Kombination der Benefizveranstaltung von einerseits dem Sponsor der Gemälde, Herrn Dr. Beck, und der Vorsitzenden des Vereins afemdi-projekte Deutschland e.V.( www.afemdi.de ) , Frau Elke Scheiner, hin, die über den Weg der Kultur und Kunst dazu beitragen, Fluchtursachen zu verhindern, indem den Menschen vor Ort, und hier speziell im Hohen Norden von Kamerun, Hilfe zur Existenzgründung und Verselbständigung ermöglicht wird. Von gewisser Bedeutung ist auch, daß gerade das „Sea-Watch“ Bild des Malers Herbert Beck einen glücklichen Käufer gefunden hat.

Die Besucher der Abschlussveranstaltung füllten den Barocksaal; es kamen, Freunde, Bekannte, Fremde. Allen lag daran, Ihren Beitrag dafür zu leisten, dass den Mädchen und Frauen über die vom Afemdi-Verein organisierten Alphabetisierungsprogramme Bildung und damit auch Selbstbewusstsein vermittelt wird. Der Ablauf des Abends ging über die Planung weit hinaus, vieles hat sich spontan ergeben. Zum Gelingen des Abends trug die Zusage von Wolfgang Oepen bei, sich dafür einzusetzen, dass der syrische Flüchtling Anas, der nicht nur die Oud und die Gitarre sondern auch das Klavier beherrscht, auf dem Flügel der Ortsverwaltung Mainz-Gonsenheim regelmäßig üben kann. Anas Safi wohnt unweit der Ortsverwaltung. Wie könnte besser eine Integration gelingen als mit der direkten Verwaltung! Der Abend war gelungen! Bürger aus Gonsenheim haben lange Gespräche mit den syrischen Musikern und den ausländischen Besuchern geführt. So kam es auch zu einem spontanen Angebot eines Gonsenheimer Bürgers, dass auch bei ihm und seinem Sohn musiziert werden könne. Ein ganz besonderer Dank gilt Schona Mihalys-Marquart, die zum Schluss das Lied von Klaus Hoffmann „Jedes Kind braucht einen Engel" für „alle" vom Verein afemdi-projekte Deutschland e.V. Mädchen und Jungen sang und auf der Hafte begleitete.

(Elke Scheiner, Fotos: privat)