Ein Netzwerk, das verknüpft

Neujahrsempfang von "Miteinander Gonsenheim"

Eine Lösung musste her, denn der Flüchtlingsstrom war in vollem Gange, und Bilder, wie man sie aus den Medien kannte, wollte man möglichst verhindern. Menschen zu helfen, die vor Krieg, Hunger und Armut fliehen, sollte schließlich selbstverständlich angesehen werden. So entstand im Herbst 2014 die Idee zu einem Kooperationsprojekt, das seinesgleichen sucht. Alle christlichen Gemeinden in Gonsenheim schlossen sich zusammen, bauten ein Netzwerk für Geflüchtete auf und betreiben es bis heute erfolgreich unter dem Namen „Miteinander Gonsenheim“. Dahinter stehen die Gemeinden St. Stephan und St. Petrus-Canisius, die Evangelische Kirchengemeinde Gonsenheim, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Freie Evangelische Gemeinde, die Gemeinde enChristo und der Stadtteiltreff Gonsenheim.

Im Februar 2015 wurden interessierte Menschen eingeladen, um Ideen für die Arbeit mit Geflüchteten zu entwickeln und auszuarbeiten. Nach nur gut 4 Monaten brachte man es dann an die Öffentlichkeit und begann mit der konkreten Arbeit. Wer dachte da schon, dass wenige Monate später das ehemalige amerikanische Wohngebiet Housing Area zur Gemeinschaftsunterkunft umgebaut würde und die ersten 300 Geflüchteten herzlich in Empfang genommen würden. Im März 2016 waren es dann etwa 600.

Inzwischen ist das Netzwerk in 4 Bausteine gegliedert, nämlich Sprache, Patenschaften, Begegnung und Materielle Hilfen, alle geleitet nach dem Vier-Augen-Prinzip, was bedeutet, das immer zwei Steuerungs-Personen verantwortlich sind, die ein 1- 2 Personen starkes Koordinationsteam besitzen, um den Informationsfluss zwischen den ehrenamtlich tätigen Menschen und dem Steuerungskreis zu gewährleisten. Dies sichert nicht nur die Qualität, sondern auch Regelmäßigkeit der Angebote, nicht unwichtig bei zur Zeit etwa 170 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Zum Neujahrsempfang im Januar 2017 wurden alle die Menschen, die den Erfolg des Netzwerks so groß gemacht haben, geehrt mit einem leckeren Buffet und Getränken von Wasser bis Wein. Denn ohne sie wären die monatlich über 1000 ehrenamtlich geleisteten Stunden Arbeit nicht möglich, die vielen Stunden Sprachunterricht, die 30 Patenschaften, die Begegnungsfeste und Gruppen für Handarbeiten, Kochen, Spielen mit den Kindern und Sport sowie die Organisation der materiellen Hilfen. Die Wohnungsbörse konnte bereits 200 Menschen in eigene Wohnungen bringen. Ein Riesenerfolg!

Hilfe wird dennoch weiterhin gebraucht, denn wo Menschen ausziehen, ziehen auch Menschen wieder ein. Egal ob mit Geld- oder Sachspenden, Dingen, die Sie vielleicht nicht mehr benötigen, mit neuen Patenschaften, als ehrenamtliche Therapeuten und Supervisoren, als Sprachkünstler, ob als Lehrer oder Dolmetscher, oder einfach mit tollen Ideen für gemeinsame Aktivitäten. (OW)