Pressegespräch bei Netzwerk für Flüchtlinge

Artikel aus Der Lokalen Zeitung

Gonsenheim – Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen wird in Gonsenheim weiterhin dringend benötigt. Das Geld sprudelte vor zwei Jahren nur so, jetzt versiegt die Quelle so langsam, bei den Privatspenden und auch bei den öffentlichen Zuschüssen.“

Miteinander Gonsenheim” ist ein Kooperationsprojekt aller christlichen Gemeinden Gonsenheims und dem Stadtteiltreff Gonsenheim. Das Team des Netzwerkes möchte Schutzsuchende und die Menschen in Gonsenheim zusammenbringen. Der Stadtteiltreff fungiert als zentrale Koordinationsstelle des Netzwerkes. Sie vernetzt sich mit beratungs- und betreuungsrelevanten Einrichtungen, mit Vereinen, Unternehmen und kommunalpolitischen Akteuren und finanziert sich durch Spenden. Mit der Gründung der Gemeinschaftsunterkunft in der „Housing Area Finther Landstraße“ leben seit 2015 ca. 600 Flüchtlinge in Gonsenheim. Projekte zur Integration und ehrenamtlichen Begleitung von Flüchtlingen bestehen vor Ort: Über 100 Geflüchtete werden mit Sprachlerngruppen versorgt, es besteht das Angebot von einem Café der Begegnung. Auch die Hausaufgabenunterstützung für Kinder in der Maler Becker Schule wird betreut. All diese Angebote und noch mehr gilt es zu stemmen.

Im Bereich Patenschaften übernahmen 35 Frauen und Männer, intensive 1 zu 1 Betreuung. Voraussetzung für die ehrenamtliche Tätigkeit ist ein ordentliches Führungszeugnis. Stephan Hesping legt Wert auf Qualität der Arbeit, bei den haupt- und ehrenamtlichen Helfern. Daher gilt es für Neueinsteiger, erst mal eine Fortbildung zu besuchen. Bei der Arbeit wird der Ehrenamtliche mit dem zu Betreuenden einige Behörden besuchen dürfen, dort wartet viel Verwaltungsarbeit auf ihn. Da alle irgendwann Wohnungen, Sprachkurse, Ausbildungsplätze oder Jobs brauchen.

Diakon Klaus Baum: „Es war und ist ein komplexes Projekt – eine logistische Herausforderung galt es bei Gründung des Netzwerkes vor zwei Jahren zu stemmen.“ Kürzungen beim Personal und bei den Sachkosten wäre eine schlechte Lösung. Die Gonsenheimer können die Geflüchteten sowohl finanziell mit einer Geldspende als auch aktiv mit einer Zeitspende unterstützen. Die Debatte um das Thema Flüchtlinge hat sich stark verändert: Zuerst wurde willkommen geheißen, heute werden Menschen in unsichere Bürgerkriegsgebiete abgeschoben. Davor war die Bereitschaft zu diesem Thema zu helfen enorm. Heute muss das Team mühsam um Spenden ringen und Alltagsunterstützer für die Zuwanderer werden weiterhin gebraucht.

Vielmehr will das Netzwerk für Flüchtlinge den Bürgern vermitteln, „dass sich das Thema noch längst nicht erledigt hat“, wie Stephan Hesping von „Miteinander Gonsenheim“ bei einem Pressegespräch deutlich machte. (Claudia Röhrich, Die Lokale Zeitung)