Eine runde Sache

Vernissage im Stadtteiltreff

Der Kopf ist rund, damit die Gedanken kreisen können. Wer sagt denn, dass Gemälde eckig sein müssen? Da sich eine Malgruppe aus Wiesbaden das Ziel gesetzt hat, zu malen, was einem hilft und was ihr Leben rund macht, wurden auch ihre Bilder eine runde Sache. „Runde Sache“ heißt auch die Ausstellung der Bilder, die bis zum 29. Mai im Stadtteiltreff Gonsenheim besucht werden kann. Zur Vernissage am 26. April kamen viele der Künstlerinnen und Künstler, stellten ihre Werke vor und beantworteten Fragen, zu den Werken und zu sich selbst.

Unter dem Dach der WRW-Werkgemeinschaft-Rehabilitation-Wiesbaden e.V. trifft sich das Malatelier „Bunte Reiter“ für integrative Kunst und die Malgruppe des Wohnverbandes der WRW. Teilnehmen kann jeder, Menchen mit psychischen oder anderen oder keinen Beeinträchtigungen, einfach alle künstlerisch Interessierten. Gestalten ohne Berührungsängste ist das Prinzip des Malateliers „Bunte Reiter“. Und wer bei der Vernissage ohne Berührungsängste Fragen an die Maler stellte, erfuhr warum dem Einen dieses und dem Anderen jenes Motiv das Leben rund machte. Ist ja nicht immer so offensichtlich wie bei dem Bild von der herausgestreckten Zunge.

Das kennen schon die Kinder, wie gut es tut, einem nervenden Mitmenschen die Zunge zu zeigen. Aber warum ist dem einen Künstler der schillernde Tiger wichtig, dem anderen eine Blume, ein einsamer Pinguin oder ein wachsames Erdmännchen? Einigen machte es ganz einfach das Leben rund, etwas Schönes zu malen. (RW)