Syrischer Flüchtling startet im Media Markt

(v.l.) Robert Everwin, Günter Jertz, Prof. Dr. Wilfried Floeck und Zaher Mohammad Bekdach auf seinem neuen Arbeitsgerät.

Zaher Mohammad Bekdach zeigt, dass es geht: Der aus Syrien geflohene Mann hat ei- nen Ausbildungsplatz ergattert. Trotz seiner inzwischen 49 Jahre startete er beim Media Markt in Mainz eine Ausbildung zum Fachlageristen: „Ich bin glücklich, dass ich jetzt einen Ausbildungsplatz habe.“ Die IHK für Rheinhessen hat sich dafür stark gemacht. Denn Bekdach zeigte sich während seines Praktikums sehr engagiert und motiviert. Kein Wunder, der Vater von drei Kindern, lehrte in Syrien Englisch und hat zuvor bereits elf Jahre bei der französischen Handelskette Carrefour als Verkäufer gearbeitet und es dabei bis zum Abteilungsleiter in der Elektroabteilung (Fachkraft für Weiße Ware) gebracht. „Bei uns gibt es natürlich andere IT-Prozesse, aber wenn wir jemandem eine Chance geben können und er ins Team passt, machen wir das“, sagt Media Markt-Geschäftsführer Robert Everwin. Der Hauptgeschäftsführer der IHK für Rheinhessen, Günter Jertz, ergänzt: „Inzwischen hat sich bei einigen Geflüchteten die Situation so stabilisiert, dass sie eine Ausbildung beginnen können. Das betrifft vor allem den Aufenthaltsstatus als auch die Sprachkenntnisse. Großes Kompliment an Sie Herr Bekdach, dass Sie so zielstrebig ihren Weg gegangen sind.“ Die gesamte Familie wird von Prof. Dr. Wilfried Floeck ehrenamtlich im Rahmen des Flüchtlingsnetzwerks „Miteinander Gonsenheim“ betreut. Floeck hat sich an die IHK gewandt, die mit ihrem Aktionsprogramm Geflüchtete und Unternehmen aktiv unterstützt. „Die Kooperationen zwischen der Arbeitsagentur, den Jobcentern und den Ausländerbehörden in Rheinhessen sind ein gutes Beispiel für Abstimmungen auf kurzen Wegen“, resümiert die IHK-Flüchtlingsbeauftragte Simone Ritter. In diesem Jahr trafen sich zudem die Mitglieder des Runden Tischs „Geflüchtete in Praktika, EQ und Ausbildung“ seit der Etablierung im Jahr 2015 bereits zum fünften Mal, um Wege in den Arbeitsmarkt für Geflüchtete zu ebnen. Ende August 2017 absolvierten in Rheinhessen 20 Flüchtlinge eine Einstiegsqualifizierung (EQ) und 50 eine Ausbildung im ersten Lehrjahr. Darüber hinaus hat sich der „Arbeitsstab Geflüchtete“ für Unternehmen inzwischen etabliert. Darin tauschen sich Unternehmensvertreter aus, die Geflüchtete beschäftigen. Der Renner war der „Tag der Chancengarantie für Geflüchtete“ bei dem es allein 95 Anmeldungen für individuelle Beratungsgespräche gab und 180 Anmeldungen für die Informationsveranstaltung für alle, die mittel- oder langfristig eine Ausbildung anstreben. Unternehmen, die sich für das Thema interessieren, sollten sich schon jetzt die Veranstaltung am 13. November 2017 vormerken. Dann informiert das „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ in der IHK in Mainz. Zaher Mohammad Bekdach freut sich, dass er eine neue Chance bekommen hat und die Integration seiner Familie in Deutschland voranschreitet. Seine Frau hat übrigens ebenfalls gerade eine Ausbildung zur Erzieherin in Mainz begonnen. (GRÜ)

Copyright: IHK Rheinhessen/Gabi Rückert,

Foto: IHK Rheinhessen/Kristina Schäfer