Die Kunst des Augenblicks – ein Farbenspiel

Vernissage der Künstlerin Sabine Schlindwein

Fließende Acrylmalerei, eine neue Maltechnik, die spannende Bildkompositionen eröffnet - so schrieb Sabine Schlindwein auf ihrem schön gestalteten Flyer, der eine Vielzahl von Besuchern zur Vernissage am 23. Mai im Stadtteiltreff Gonsenheim anzog, teils bepackt mit riesigen Blumensträußen. Und in der Tat kann man sagen, dass die Bilder, welche nun vorübergehend die Wände des Stadtteiltreffs zieren, ein jedes in seiner Einzigartigkeit, überzeugen. Der Prozess des Schaffens wird auf eine ganz magische Art und Weise auf den Leinwänden widergespiegelt.

Sabine Schlindwein ist es wichtig, dass in jedem Bild ein Gefühl, ein Zustand oder ein Thema gezeigt wird, das sie berührt.

So meditiert sie zuvor beim Verflüssigen der Farben, um sich voll und ganz mit dem Thema und den Gefühlen zu verbinden, die sie ausdrücken will. Auch das Beten ist ihr sehr wichtig, wobei sie um gute Energien im Bild bittet und darum, dass es die Menschen die es anschließend betrachten, glücklich macht.

Von meditativer Ruhe und Geduld ist auch der Fließprozess geprägt, bei welchem letztendlich ganz individuelle, zellenförmige Farbspiele entstehen, wie sie auf nahezu jedem Bild zu sehen sind.

Hierfür verwendet die Künstlerin Silikonöl. Dieses sucht sich einen Weg an die Oberfläche durch die zuvor aufgegossenen, einzelnen Farbschichten und bewirkt, dass sich diese miteinander mischen.

Es ist eine sehr intuitive Kunst, die steter Übung und Beobachtung bedarf um dieses Farbspiel mitspielen zu können. „Es fängt an mit einem Gefühl für die Farbe, wie dick- oder dünnflüssig sie in diesem Moment fließen soll. Dann das Gefühl, welche Farbe mit der anderen spielen soll, wie man die Leinwand bewegt und wann das Bild ruhen soll“, so die Worte in der Eröffnungsrede.

Die Künstlerin hat sich bewusst für einen langsamen Trocknungsprozess ihrer Bilder entschieden, da die Oberfläche nur so schön ebenmäßig und glatt wird. 4-6 Tage trocknet ein solches Bild, unbewegt und überstülpt mit einer speziell angefertigten, luftgeschützten Kartonkonstruktion. Erst dann ist das Bild wirklich trocken, der gesamte Prozess beendet und dieser festgehaltene Augenblick des Spiels der Farben kann den Menschen, die es anschauen, einen magischen, phantasievollen Moment schenken.

Bis zum 21. Juni können Sie sich noch selbst von der Anziehungskraft dieser Kunstwerke überzeugen. Die Ausstellung kann montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden. Danke an alle Helfer*innen, die den Abend mitgestaltet haben und natürlich an die Künstlerin für diese sehr informative Vernissage und die farbenfrohen Bilder. (SG)