Die Stadt, das Meer, die Liebe

Rahman Abbas und Dr. Almut Degener
Jan Köhler am Marimbaphone

GonsKultur im Stadtteiltreff

Zum ersten Mal war GonsKultur im Stadtteiltreff Gonsenheim zu Gast und trotz des warmen Wetters drängten sich fast 60 interessierte Gäste an diesem 2. Juni im Café des Stadteiltreffs. Auf dem Programm stand eine Autorenlesung des indischen Schriftstellers Rahman Abbas mit seiner Übersetzerin Prof. Dr. Almuth Degener, die Indologie und Iranistik studiert hat. Sie ist Übersetzerin und Professorin am Institut für Indologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die beiden lasen Ausschnitte aus seinem neuen Buch „Die Stadt, das Meer, die Liebe". Der Autor ist in Mumbai geboren, und dort spielt auch der größte Teil des Buches, das übrigens in der Urdu-Sprache geschrieben und von Dr. Degener übersetzt wurde. In Indien und Pakistan ist es ein viel gelesenes und auch viel diskutiertes Buch, denn der Roman steckt zwar voller Spannung und Fantasie, aber auch voller Sozialkritik. Die Vielfalt der muslimischen Minderheit in Indien ist ebenso Thema der Geschichte wie die persönlichen und sozialen Probleme der jungen Generation mit ihren religiösen und sexuellen Spannungen. Einige kurze Abschnitte las Abbas in der Originalsprache vor, die dann von Dr. Degener übersetzt wurden. Sie berichtete auch ein bisschen über das Land und seine Kultur, die vielen verschiedenen Sprachen dort und auch über Mumbai. Und natürlich auch über den Autor, der zweimal den Sahitya Akademi Award gewann, 2011 für seinen dritten Roman „Khuda Ke Saaye Mins Ankh Micholi" und erneut 2017 für „Die Stadt, das Meer, die Liebe". In den kurzen Lesepausen entlockte der Musikstudent Jan Köhler seinem Marimbaphon wunderschöne Töne und zeigte sein virtuoses Können auf diesem Instrument.

Im Anschluss an die Lesung standen Autor und Übersetzerin für Fragen zur Verfügung. Da Rahmann Abbas kein Deutsch spricht, aber recht gut Englisch, wurden seine Erläuterungen von Frau Dr. Degener ins Deutsche übersetzt. Natürlich konnte man das Buch auch kaufen und vom Autor signieren lassen. Es war ein nicht alltägliches Erlebnis und ein interessanter Abend im Stadtteiltreff. (CM)