Und hier berichtet Katharina Süsz von ihren Einsätzen im Kindernotdienst

Von Herrn Baum erfuhr ich vom Kindernotdienst und war gleich begeistert von der Idee, Familien und Alleinstehenden mit Kindern in Not zu helfen. Ich komme aus einer großen, kinderreichen Familie und bin daher vertraut im Umgang mit Kindern. Seit einiger Zeit bin ich verwitwet, habe keine Kinder und bin im Ruhestand. Gesundheitlich fühlte ich mich fit und freute mich darauf, Zeit mit Kindern zu verbringen und so die Eltern ein wenig unterstützen zu können.

Ein Einsatz führte mich zu einer Familie mit zwei kleinen Jungen. Wenn die Eltern einen gemeinsamen Termin, z.B. beim Arzt hatten, benötigten sie jemanden, der auf die Kinder aufpasste. Sie baten den Kindernotdienst um Hilfe. Hier kam ich dann zum Einsatz. Der Einsatz hat mir viel Freude gemacht. Ich spielte mit den Kindern, las ihnen vor oder ging mit ihnen zum Spielplatz.

Ein anderer Einsatz war traurig. Ein junges Ehepaar bat den Kindernotdienst um Hilfe. Sie hatten eine Tochter, die an Krebs erkrankt war. Sie hatten einen Termin beim Arzt, um die weitere Behandlung ihrer Tochter zu besprechen. Die Tochter war schon sehr von der Chemotherapie gezeichnet. Die Eltern waren völlig verzweifelt. Mich hatte die Stärke der Tochter total beeindruckt. Sie war fest davon überzeugt, dass sie wieder gesund werden würde und versuchte immer, die Eltern aufzurichten. Ihre Schulkameraden und ihre Lehrerin brachten ihr die Aufgaben und unterstützten sie. Dies war ein Einsatz, der mir sehr nahe ging.

Der nächste Einsatz war wieder bei einer jungen Familie mit zwei Kindern: ein Junge von ca. 2,5 Jahren und ein Mädchen von ca. 5 Jahren. Die Familie hatte in Mainz keine Verwandten, die sie um Hilfe hätte bitten können, wenn sie Termine wahrnehmen mussten, zu denen die Kinder nicht mit konnten. Hier sprang dann der Kindernotdienst ein. Zu dieser Familie habe ich heute noch Kontakt.

Der Einsatz für den Kindernotdienst ist mir sehr wichtig. Ich bin gerne mit Kindern zusammen. Es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können. Wenn ich die strahlenden Kinderaugen sehe, weiß ich, dass ich am richtigen Platz bin.

Bericht von Sunneva Günther über ihren Einsatz beim Kindernotdienst

Mein erster Einsatz im Kindernotdienst ergab sich recht spontan. Eine Frau hatte eine neue Arbeit gefunden, in welcher sie nun in der Probezeit war. Leider wurden die Arbeitszeiten so gelegt, dass es ihr aufgrund familiärer Schwierigkeiten nicht möglich war, ihren kleinen Sohn, der noch keinen Kindergartenplatz bekommen hatte, zu betreuen. Aufgrund der Dauer, die die Betreuung stattfinden sollte, meldeten sich mehrere Mitarbeiter*innen des Notdienstes und teilten die Zeiten untereinander auf. Wenn ich morgens zu dem Jungen und seiner Mutter kam, tranken wir meistens noch eine Tasse Tee gemeinsam, bevor sie zur Arbeit aufbrach. Mit dem Kleinen spielte und malte ich, ging mit ihm zum Spielplatz oder tanzte zu Musik aus seinem Heimatland durch das Wohnzimmer. Auch im Wildpark waren wir manchmal oder gingen einfach ein wenig spazieren. Mittags machte ich das leckere Essen warm, das die Mutter immer schon vorgekocht hatte, gab dem Kleinkind sein Fläschchen und manchmal schlief es dann erst mal ein wenig. Kam die Mutter abends wieder nach Hause, unterhielten wir uns immer noch eine Weile und danach machte ich mich auf den Heimweg. Im regelmäßigen Kontakt mit der Mutter kamen weitere Themen auf, die für sie schwierig zu sein schienen. Im Anschluss an die Betreuung nahm die Mutter weitere Beratungs- und Unterstützungsprogramme des Stadtteiltreffs wahr, wodurch ihr ebenfalls weitergeholfen werden konnte. Mittlerweile geht das Kind in einen Kindergarten und mit der Hilfe des Kindernotdienstes konnte die Mutter die zuvor etwas wackelige Situation gut meistern. (SG)