Treff 50-99 trifft auf Pioniere der Luftfahrt

Besuch im Stadthistorischen Museum auf der Zitadelle

Am 04. März 2020 um 11 Uhr trafen wir uns auf der Zitadelle zu einer Führung durch das Stadthistorische Museum. Die Führung wurde durch Herrn Guddat durchgeführt. Schwerpunkt der Führung war die Sonderausstellung über die Geschichte der Luftfahrt in Mainz bis 1914. Herr Guddat informierte uns sehr ausführlich über die Zusammenhänge und begann seine Ausführungen sogar mit den Ballonfahrten bis zu den Flugmaschinen Anfang des 20. Jahrhunderts. Wobei wir sehr viele Dinge erfuhren, die uns vollständig neu waren. Zum Beispiel war Mainz ein Zentrum der frühen deutschen Luftfahrt. Das Ganze begann mit dem lenkbaren Luftschiff des Mainzer Ingenieurs und Erfinders Paul Haenlein (Patent 1865). So wurden z.B. auch ab dem Jahre 1907 zahlreiche namhafte Piloten in Mainz ausgebildet. Im Jahre 1909 hatte der Mainzer Jakob Goedecker seine Flugmaschinenwerke in Niederwalluf gegründet. Testflüge wurden auf dem Großen Sand in Gonsenheim durchgeführt. Sein erster Fluglehrer und Werkspilot wurde der bekannte Niederländer Anthony Fokker, der im Mai 1911 seinen Pilotenschein auf der bei Goedecker gebauten Spinne 2 erwarb. Er war bis Ende 1911 bei Goedecker tätig. Für die danach gegründete Fokker Aeroplanbau in Berlin-Johannisthal baute Goedecker alle 25 Maschinen des Typs Spinne. Im Jahre 1912 verlegte Goedecker seine Produktion und den Sitz der Firma nach Gonsenheim. Der Große Sand war auch Station bei den Oberrheinischen Zuverlässigkeitsflügen. Mitorganisatoren dieser Flüge war der Verein für Flugwesen Mainz. Später wurde er umbenannt in Verein für Luftfahrt. Mainz war damals ein wichtiger Flugplatz. So führte der erste deutsche Überlandflug von Frankfurt nach Mannheim im Jahre 1910 über Mainz. Nachdem wir diese Sonderausstellung bestaunen durften und so viel Neues erfahren hatten, gingen wir in den vorderen Teil des Museums, wo man sich auf eine Zeitreise durch die Mainzer Stadtgeschichte begeben kann. Auch hier gab uns Herr Guddat wertvolle Informationen. Abschließend habe ich mich im Namen aller mit Dankesworten ins Gästebuch eingetragen und wir sind uns alle sicher, dass wir nicht das letzte Mal dieses sehenswerte Museum besucht haben. (VH)