Eröffnung der Ausstellung „Briefe von der Front"

Wegen der Korona-Krise viele Veranstaltungen des Rahmenprogramms verschoben

Direkt nach Fastnacht, am 3. März des Jahres, hatte der Stadtteiltreff zur Eröffnung seiner Ausstellung zu Feldpostbriefen eingeladen. Das Café war brechend voll, etwa 60 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt.

Sabine Müller Löw dankte Thomas Bartsch, dem Initiator des Projektes. Er hatte im elterlichen Wohnhaus Briefe gefunden und sich an die Übersetzung und geschichtliche Einordnung gemacht und war dann auf den Stadtteiltreff zugegangen, in dem er schon lange aktiv ist, um Gleichgesinnte zu finden. Etwa 15 Leute haben sich dem Anliegen angeschlossen und in einer Arbeitsgruppe gemeinsam die Ausstellung und das umfassende Rahmenprogramm und Begleitmaterial zusammengetragen.

Es folgte ein Klarinettentrio unter Leitung von Janine Hofeditz, Merve und Finja (beides Schülerinnen aus dem Stadtteiltreff ) präsentierten „Greensleeves“ und später im Programm „Aria“. Anspruchsvolle Stücke für die zwei Schülerinnen, die ihre Musik toll präsentierten und großen Applaus erhielten.

Frank Hüther führte dann in die Ausstellung ein, er ist Historiker und erklärte ein bisschen etwas davon, was die Briefe in den Kriegszeiten für eine Bedeutung hatten, von der Zensur bzw. der Angst davor. Zu einer Vertiefung kam es eine Woche später mit einem wissenschaftlichen Vortrag, dem auch etwa 20 Besucher*innen lauschten.

Frau Flegel, Ortsvorsteherin von Gonsenheim, kam just in time von einer Besprechung angereist und eröffnete dann die Ausstellung. „Gerade erst sind in Hanau Menschen umgekommen wegen einer rechtsextremistisch-nationalistischen Gesinnung“, so die Ortsvorsteherin. „Dem muss sich unsere Gesellschaft entgegenstellen, wir müssen für unsere Demokratie kämpfen. Wir wissen, wo die geistigen Brandstifter sitzen. Und bevor sie die Mehrheit in unseren Parlamenten erlangen, müssen wir als Demokraten zusammenstehen und das verhindern“. Sie dankte allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe und für die besondere Einladung an die Mainzer Schulen und die Erstellung von Unterrichtsmaterial.

Stephan Hesping stellte dann noch alle Mitglieder der Arbeitsgruppe vor. Hingewiesen sei hier noch auf die Internetplattform briefe-von-der-front.de, den Gesamtkatalog, den man im Buchhandel erhalten kann und die medialen Angeboten zum Thema per QR-Codes.

Die Lesung „Vater hat nie geschossen“, das Übersetzungscafé und auch die szenische Lesung mussten aufgrund der Corona-Veranstaltungssperre abgesagt werden, aber es soll alles nachgeholt werden. (hes)