Eröffnung der neuen Ausstellung

Amer Abesh

Nah und fern  -  Bilderausstellung von Geflüchteten

Stephan Hesping vom Stadtteiltreff Gonsenheim eröffnete mit der Vernissage am 5. März eine neue Ausstellung im Stadtteiltreff-Café, die bis zum 9. April zu sehen sein wird. Das Besondere daran ist die Tatsache, dass die Gemälde und Zeichnungen aus der Hand von jungen Männern stammen, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind. Sie haben das Angebot des Psychosozialen Zentrums Süd in Wiesbaden genutzt und sich vier Monate lang einmal in der Woche im Atelier für integrative Kunst Bunte Reiter getroffen, um sich unter Anleitung des Künstlers Patrick Hermann und der Kunsttherapeutin Elmira Wilms künstlerisch zu betätigen. Ebenfalls unterstützt wurde das Projekt von der Werkgemeinschaft Rehabilitation Wiesbaden e.V. (WRW).

Die Bilder zeigen u.a. Porträts, Mondlandschaften und verschiedene Gebäude. Besonders hervorzuheben sind die Werke von Amer Abesh, der sich bei seiner kurzen Ansprache für die freundliche Aufnahme in unserem Land bedankte. Er stammt aus Damaskus und ist seit dem 28. September 2015 in Deutschland. Er musste sein begonnenes Wirtschaftsstudium wegen des Krieges in Syrien abbrechen. Die Deutschkenntnisse, die er sich seitdem angeeignet hat, sind erstaunlich. Seine Malereien und Zeichnungen lassen ein besonderes Talent erkennen. Er betrachtet jedoch die Malerei als reines Hobby und hat sich an der Universität in Mainz um ein Informatikstudium beworben. Amer Abesh besitzt inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung. Andere Geflüchtete wurden abgeschoben, da sie aus Albanien kamen oder haben bereits ihren Weg in unserem Land gemacht und befinden sich in festen Anstellungen. Da ist z.B. Zen aus Syrien, der inzwischen mit einer deutschen Frau verheiratet ist und als Friseur arbeitet. Diese Initiative des Psychosozialen Zentrums Süd ist überaus zu loben, da man sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man junge Männer, die geflüchtet sind, beschäftigen kann, da sie ja während ihres Asylverfahrens keine Arbeit aufnehmen dürfen. Wie Frau Wilms berichtete, sollen weitere Kurse für Flüchtlinge stattfinden. Außerdem ist die Anerkennung als Beratungsstelle für Flüchtlinge beantragt, jedoch noch nicht bewilligt. Die Ämtermühlen in Deutschland mahlen eben langsam. (VH)

Die Ausstellung - Fotos von der Vernissage