1.111,11 Euro für den Stadtteiltreff


(Foto: Thomas Gottfried)

Benefizfastnachtssitzung im Don Bosco

Ich bin kein Fastnachter! Ich bin zwar in Mombach zur Welt gekommen und fühle mich als Mainzer, aber der Mainzer Fastnacht kann ich nicht so viel abgewinnen. Ja, ich schaue die Fernsehsitzung, aber spätestens beim „Finale“ der Hofsänger denke ich, hätte ich 2 Stunden früher ausgemacht, hätte ich auch nichts verpasst. In meinem Leben war ich erst einmal, vor 20 Jahren, auf einer Sitzung in Ingelheim.

Anders diesmal, denn die Anfrage kam von einem Ort meiner Vergangenheit. Jugendhaus Don Bosco, BDKJ/BJA Fastnacht, ich wusste gar nicht, dass es dort so was gibt. In meiner Jugend war ich ehrenamtlich in der katholischen Jugendarbeit aktiv und häufig im Jugendhaus. Zudem wurde ich eingeladen, weil man den Erlös des Abends an den Stadtteiltreff spenden wollte. Also sagte ich zu, meine Frau und ich kleideten uns zurückhaltend bunt und wir ließen uns ein auf das Erlebnis Saalfastnacht 2.0

„Bist Du nicht Stephan?“, hieß es im Foyer von einer etwa 10 Jahre jüngeren Frau. Sie war angehende Jugendgruppenleiterin in einem Ausbildungskurs, den ich vor 25 Jahren geleitet habe. „Arbeitest Du auch noch hier?“, fragte ich ein bekanntes Gesicht, Hans Robert Maier, früherer Geschäftsführer. „Nein, ich bin schon lange in Rente, aber zur BJA Fastnacht komme ich immer“. Wir kannten noch einige Gesichter und der Anschluss war einfach. Und dann ging es los, einhaken und schunkeln.

Um es vorweg zu nehmen, die Sitzung dauerte 5 Stunden, nachts um 1 Uhr kamen wir heim, aber es war ein schöner Abend. Am Anfang zog ein Trommlercorps ein, „Abordnungen“ von Mainzer Garden waren da, Oliver Mager sang Schunkellieder und rockte den Saal, die Fastnachtsgröße Rudi Henkel hielt einen hervorragenden Vortrag. Aber auch eine Sekretärin aus dem Haus kam zu Wort, allerlei Interna wurden ausgeplaudert.

Der Leiter des Bischöflichen Jugendamtes Pfarrer Mathias Berger gab den Protokoller und nahm kein Blatt vor den Mund, auch als es um kritische Themen im Bistum ging. Das ist besonders zu betonen, da sein Chef, der Mainzer Bischof Kohlgraf, als wichtigster Ehrengast nur 2 Meter vor ihm saß. Einige Beiträge waren aus dem Gonsenheimer Carneval-Verein, man merkt doch die Nähe zu Gonsenheim. Das Jugendhaus liegt zwar im Stadtbezirk Hartenberg, aber man fühle sich eher Gonsenheim zugehörig, so Wolfgang Knauer, der heutige Geschäftsführer des Jugendhauses, als er Ortsvorsteherin Sabine Flegel begrüßte.

Kurz vor Ende des Programms kamen dann noch die Begünstigten zu Wort. Ich erzählte kurz was zur Arbeit des Stadtteiltreffs, der mit 1.111,11 Euro bedacht wurde. Außerdem gingen 555,55 Euro an die bistumseigene Stiftung Jugendraum. Danke an alle, die für uns gefeiert haben. Und für die schöne Sitzung, die sich im Reigen der Mainzer Sitzungen wirklich sehen lassen kann. Kompliment! (hes)