Meisterhafter Geigenbau aus Tradition

Treff 50-99 beim Geigenbauer

Wir trafen uns am 23. April 2018 um 11 Uhr vor der Geigenbauwerkstatt Peter Körner, Am Weihergarten Nr.11. Geigenbaumeister Peter Körner selbst hieß uns herzlich Willkommen und führte uns in seine Werkstatt, wo wir von ihm einen sehr ausführlichen und informativen Vortrag über den handwerklichen Geigenbau erhalten haben. Dabei erfuhren wir, dass in dieser Werkstatt alles noch per Hand erledigt wird. Es gibt keinerlei Maschinen für Massenherstellung bei der Geigenbauwerkstatt Körner. Wir treffen aber auf eine hoch qualifizierte Werkstatt, in der nicht nur neue Geigen produziert werden, sondern auch Restaurationen und Reparaturen von Geigen, Bratschen und Celli stattfinden. Das überaus große Sortiment von Streichinstrumenten reicht von französischen, deutschen oder englischen Meistern bis zu den berühmten italienischen Meistern. Hier sind allen voran Guarneri und Stradivari zu nennen. Wir bekommen von Peter Körner erklärt, welches Holz vor allem zum Geigenbau geeignet ist. Man verwendet überwiegend Fichte und Ahorn. Die weichen Hölzer wie Fichte sollen fünf Jahre nach dem Schlagen des Baumes gelagert werden, während die harten Hölzer wie Ahorn sogar eine Lagerzeit von 10 Jahren benötigen. Bereits im 16. Jahrhundert wurde im italienischen Ort Cremona die Geigenbauerdynastie der Amatis ins Leben gerufen. Heute noch rätselt man wie man solch hervorragende Instrumente mit einem besonderen Klang damals herstellen konnte. Deshalb werden diese Amati-Geigen mit Millionen-Beträgen gehandelt. Antonio Stradivari und Andrea Guarneri waren vermutlich Schüler des Nicola Amati, des letzten lebenden der Amati-Dynastie. Peter Körner vermittelte uns wie eine Geige von der Pieke auf hergestellt wird, bis sie in Orchestern zum Einsatz gebracht werden kann. Die Qualität der Geige steht und fällt mit der Wahl der geeigneten Holzqualität. Holz für Saiteninstrumente wird schon beim Fällen der Bäume auf seine Klangtauglichkeit überprüft. Für die Decke der Geige mit den f-förmigen Schalllöchern verwendet man meistens Fichte oder Tanne während man für die Rückseite, also den Boden hartes Holz wie Ahorn benützt. Ebenholz oder Palisander kommt zum Einsatz für das Griffbrett mit seiner verzierten Schnecke am Ende. Sowohl die Decke als auch der Boden haben eine Dicke von ca. 2,4 mm, ansonsten wird der klang der Geige negativ beeinflusst. Am Ende des Vortrags von Peter Körner werden noch einige Fragen beantwortet, bevor wir uns jedoch endgültig verabschieden trägt uns Peter Körner noch einen sehr sinnigen Spruch vor, der in einer alten Geige enthalten war. Nach diesem sehr informativen Vortrag des Geigenbaumeisters begeben wir uns zum Cafe am Ballplatz und genießen dort bei strahlendem Sonnenschein unser Essen und Trinken. (VH)