Ausstellung von Violetta Vollrath

Fremde Gegenden – Friedanien

Wie dafür gemacht fügen sich die abstrakten Landschaften in das farbige Café des Stadtteiltreffs Gonsenheim ein. Violetta Vollrath eröffnet uns einen Blick in einen Ausschnitt ihres Schaffens aus den letzten vier Jahren. Die in Fürth/Bayern geborene Violetta weiß nicht nur uns zu begeistern, sondern ergatterte 2004 schon einen Sonderpreis des Kunstpreises Eisenturm und 2006 den 1. Preis beim Kunstpreis Galerie im Uhrturm in Dierdorf. Als Gegenpol zu umwelt- und gesellschaftspolitischen Projekten und Installationen verfolgt sie die Linie „fremder“ Landschaften, in denen sich der Betrachter vom begrifflichen und systematischen Denken lösen kann, um wieder unvoreingenommenes Beobachten zu üben. Großformate, von denen hier nur zwei kleinere hängen, scheut sie nicht, denn seit 25 Jahren ist die ehemalige Bauingenieurin am Staatstheater Mainz als Theatermalerin tätig.

Bei Eröfnung der Ausstellung am 18. April nahm uns Violetta Vollrath nach einer kurzen Vorstellung durch Stephan Hesping mit in einen anderen künstlerischen Bereich. In der Nacht zuvor schrieb sie nämlich ein Manifest. Einen Text über Friedanien, ein Land, in dem alle in Frieden leben können, egal ob sie zu Hause nicht mehr leben wollen oder aus Kriegs- und Armutsgründen können. Also nicht Deutschland, da, wie wir wissen, es gar keinen legalen Weg gibt, aus einem dieser Gründe einfach hier zu leben. Dennoch leben wir den Luxus, den wir uns aufgebaut haben, der aber in vielen Ländern wie Syrien oder Somalia nicht selbstverständlich oder sogar unvorstellbar ist. Wohlgemerkt, Luxus vererbt über Jahrzehnte und weiter ausgebaut durch die Ausbeutung solcher Länder. Heute in einer fast Verwöhntheit an Freiheit, mögen und suchen wir nun das Wilde, auch in der Malerei, das wir in unserer durchstrukturierten sicheren Welt kaum noch finden. Folgerichtig spendet sie beim Verkauf ihrer Bilder 30 % des Erlöses an das lokale Flüchtlingsnetzwerk, und zwar für die Asylrechtsberatung. Das sehr gelungene Manifest kann man nachlesen - hier.

Bei kleinen Snacks wie einem guten Meenzer Spundekäs’ und diversen Getränken wurde dann über die Ausstellung philosophiert. Dazu sind auch Sie herzlich eingeladen bis zum 17. Mai im Stadtteiltreff oder auch in ihrem Atelier in der Wallstr. 10 nach Voranmeldung. Weitere Informationen zu ihrer Person, ihren Werken und weiteren Ausstellungsorten finden Sie unter www.violetta.de. (OW)