Vielen Dank für die Spende

Autorenlesung im „sonntagskind"

Im „sonntagskind", dem kleinen Laden in der Gonsenheimer Kirchstraße 23, kann man nicht nur in gemütlicher Atmosphäre Kaffee trinken. Es gibt dort auch kleine Kreationen, handgefertigte Einzelstücke, individuelle Geschenke und manchmal sogar eine Autorenlesung. So war dann auch am 13. April kein Platz mehr frei, als Jürgen Heimbach einige Kapitel aus seinem neuen Roman „Die Rote Hand“ las.

Heimbach, der in Gonsenheim wohnt, ist als Profi des literarischen Kriminalromans weit über Mainz hinaus bekannt. Doch sein neuer Roman ist kein Krimi in herkömmlichem Sinn. „La Main Rouge“, zu Deutsch „Die Rote Hand“, hat es wirklich gegeben und war eine von der Auslandsabteilung des französischen Geheimdienstes (DGSE) in den 1950er Jahren betriebene Terrororganisation. Sie verfolgte das Ziel, Unterstützer der algerischen Unabhängigkeitsbestrebung und führende Mitglieder der Front de Libération Nationale (FLN) in der Zeit des Algerienkrieges zu liquidieren. Die Attentate selbst wurden vom Service Action ausgeführt.

Jürgen Heimbach hat die historischen Fakten genau recherchiert und daraus einen spannenden Roman entstehen lassen. So ist sein Protagonist, Arnolt Streich, ein ehemaliger Fremdenlegionär, der nach Kriegseinsätzen in Indochina und Algerien zurückgezogen in Frankfurt am Main lebt. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mehr schlecht als recht als Wachmann auf einem heruntergekommenen Garagenhof. Verfolgt von seinen schlimmen Kriegserlebnissen, verbringt er die Tage mit Wachgängen und mit gelegentlichen Besuchen im Boxclub oder eines gewissen Etablissements im Bahnhofsviertel. Unbehelligt lebt er abseits vom Rummel des Wirtschaftswachstums der Endfünfzigerjahre, bis (und hier kommen wahre Fakten ins Spiel) am 3. März 1959 in einer Garage eine Autobombe detoniert. Das Opfer: Ein deutscher Waffenhändler, der mit seinen Lieferungen an die algerische Befreiungsbewegung eine Menge Geld verdient...!

Das Buch ist im Verlag weissbooks.w erschienen. Die kleinen Lesepausen zwischen den einzelnen Kapiteln wurden musikalisch von Johannes Steinbronn (Akkordeon) und Rebecca Gross gestaltet. Passend zu einigen Texten ließ die Sängerin gefühlvoll französische Chansons erklingen.

Bei dieser Veranstaltung wurde kein Eintritt verlangt, aber um eine Spende für den Stadtteiltreff Gonsenheim gebeten. Vielen Dank allen Gästen und dem „sonntagskind“ für die Spende von 234 Euro! (CM)