Kampagne „Totalausfall" sorgt für erste Verbesserungen

Mainzer Flüchtlingsrat fordert mehr Tempo und mehr Unterstützung für Geflüchtete

Digitale Pressekonferenz des Mainzer Flüchtlingsrates, in Zeiten von Corona auch eine neue Erfahrung. Die Vertreter*innen zahlreicher Organisationen, die sich für Geflüchtete einsetzen und Unterstützung organisieren, wollen öffentlichkeitswirksam am Ball bleiben. „Die Einrichtung von Lernräumen ist ein erster Schritt, damit die Kinder nicht völlig digital abgehängt werden, aber das ist noch viel zu wenig“, sagt Christa Blum von „Miteinander Gonsenheim“. Flächendeckendes, freies und leistungsfähiges Internet in allen Gemeinschaftsunterkünften müsse jetzt sofort umgesetzt werden, nicht erst im Sommer.

Aber die Flüchtlingshelfer gehen noch weiter: „Das pauschale Zugangsverbot für Ehrenamtliche in Gemeinschaftsunterkünften muss aufgehoben werden“, fordert Axel-Geerlings-Diel von „Save me“. Die Menschen bräuchten wieder ihre Helfer*innen, einfach pauschal den Zugang zu verbieten sei undifferenziert, die Stadt mache es sich da zu einfach. Stephan Hesping vom Stadtteiltreff Gonsenheim ergänzt: „In unserer Einrichtung gibt es derzeit den Brotkorb, die Beratung, Hilfestellung für digitalen Zugang und in einzelnen Fällen auch personale Angebote in der Schülerhilfe, das alles läuft streng nach der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes, die auch von uns immer gründlich studiert wird. Dass wir nicht in die Housing Area dürfen, um ehrenamtlich zu helfen, ist nicht mehr hinnehmbar“, so Hesping.

Ob die Postkarten, die man an den Oberbürgermeister geschickt hatte (Postkarten können nach wie vor in der Buchhandlung Cardabela und im Stadtteiltreff abgeholt werden), Wirkung gezeigt haben, lässt sich nicht einschätzen. Reaktionen aus dem OB-Büro gab es bislang leider nicht. Dabei sei gerade jetzt die Herausforderung unendlich groß und die Stadt sollte mit den freien Trägern auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um diese Herausforderung zu meistern, so die Flüchtlingshelfer.(Hes)