13. Juli 2023 | Alle, Aktuelles
Petition für mehr Grün in der Stadt an Mainzer Oberbürgermeister gestartet
„Grünachsen in jedem Mainzer Stadtteil“ – so lautet die Kernforderung einer an Oberbürgermeister Nino Haase gerichteten Petition, die die Bürgerinitiative MainzZero gemeinsam mit mehreren Mainzer Umweltschutzverbänden und -initiativen gestartet hat. Dies war bereits beim Bürgerbegehren 2021 eine der Kernforderungen (www.klimaentscheid-mainz.de/ziele/, Punkt 2.) von MainzZero.
Grünachsen für angenehmes Stadtklima und mehr Lebensqualität
Grünachsen sind entsiegelte, begrünte und verkehrsberuhigte Straßenzüge, in denen der Fuß- und Fahrradverkehr dominiert, während der Autoverkehr minimiert ist. Entsiegelte Flächen sowie Neupflanzungen von einheimischen Bäumen, Büschen und kleinen Blumenwiesen tragen insbesondere an heißen Sommertagen zu einem angenehmeren Stadtklima und mehr Lebensqualität bei. Solche Grünachsen sollten in Mainz längst geplant sein. Denn sie stehen als hoch priorisierte Sofortmaßnahme im Maßnahmenkatalog „Masterplan 100 % Klimaschutz“, den der Stadtrat im November 2022 beschlossen hat. Dieses Umsetzungsdefizit in der Stadtverwaltung hat die Initiativen bewogen, sich direkt an den neuen Oberbürgermeister zu wenden. Und die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen und deren Votum einzuholen.
Bürgerbeteiligung der Schlüssel zum Erfolg
Doch nicht nur Forderungen werden von den Initiatoren gestellt, sondern gleichzeitig ein konkreter Zeitplan vorgelegt: 2024 sollen für alle Stadtteile Voruntersuchungen mit Bürgerbeteiligungen durchgeführt werden, um geeignete Straßenzüge für Grünachsen ausfindig zu machen. „Aktuell laufen Bürgerbeteiligungsverfahren zur Umgestaltung des Regierungsviertels und des Bretzenheimer Ortskerns sowie zum Ausbau des Straßenbahnnetzes“, erläutert Marcel Weloe (MainzZero und BUND Mainz), einer der Initiatoren der Petition. „Die Verwaltung ist also in Bürgerbeteiligungen geübt und kann diese Verfahren nun für die Grünachsen anwenden.“ Für die Initiatoren der Petition sind die nächsten Schritte: im Jahr 2025 Nutzungs- und Umsetzungskonzepte für die Grünachsen zu erstellen und diese bis Ende 2026 umzusetzen. Inwiefern in der jeweiligen Straße Radverkehr und Fußverkehr kombiniert werden können, hängt unter anderem davon ab, ob genug Platz für getrennte Verkehrsflächen zur Verfügung steht. „Wichtig sei auf jeden Fall die Aufenthaltsqualität“, so Weloe. Konzepte zur Entsiegelung und Begrünung sollten ab 2025 sukzessive entwickelt und realisiert werden. Höchste Priorität müsse bei diesen Maßnahmen die Neu- und Altstadt bekommen, die aufgrund der dichten Bebauung besonders stark von Hitzetagen und Tropennächten betroffen sei.
Grünachsen für Klimaschutz und die Verkehrswende in Mainz
Die Initiatoren der Petition sind sich sicher, dass mit Grünachsen der Klimaschutz und die Verkehrswende in Mainz vorangebracht werden. Denn die im Mainzer „Masterplan 100 % Klimaschutz“ bis 2035 vorgesehene Erhöhung des Anteils von ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr von 60 auf 80 Prozent der zurückgelegten Wege im Stadtgebiet lässt sich nur realisieren, wenn attraktive Routen für den Rad- und Fußverkehr vorhanden sind. Zugleich dienen Grünachsen der Klimawandelanpassung: Angesichts der steigenden Zahl von Hitzetagen und Tropennächten braucht es vor allem in der Innenstadt dringend mehr Bäume als „grüne Klimaanlagen“. Durch Entsiegelungen entstehen unter anderem Versickerungsflächen für Wasser, wodurch die Stadt besser gegen Extremwetterereignisse gewappnet sein wird. Als Oasen für Kleintiere und Insekten leisten Grünachsen zudem einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Nicht zuletzt sind sie Räume, in denen Menschen sich fernab von Autolärm und -abgasen begegnen und Kinder ungefährdet spielen können. Grünachsen, dessen sind die Umweltschützer sich sicher, würden Mainz einfach lebenswerter machen.
Mehr zur Petition online unter www.klimaentscheid-mainz.de/gruenachsen/.
Menschen, die beim Unterschriftensammeln mithelfen möchten, sind herzlich willkommen. Speziell sollen Stadtteilteams gebildet werden, die in ihrem Stadtteil die Unterschriftenaktion voranbringen. Interessierte können sich unter der E-Mailadresse jetztgehtsumsmachen@klimaentscheid-mainz.de melden.
Die Petition ist von MainzZero initiiert und wird unterstützt von folgenden Organisationen: BUND Kreisgruppe Mainz, Greenpeace Mainz-Wiesbaden, NABU Mainz und Umgebung, Parents for Future Mainz, VCD Rheinhessen, Workers for Future Wiesbaden-Mainz
6. Juli 2023 | Alle, Aktuelles, Angebote, Gonsenheim, Kinder
Die Freie evangelische Gemeinde Gonsenheim bietet Abwechslung für Geflüchtete
Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Spielmobil seinen Weg zum Pavillon der Housing Area bahnt, nicht das erste Mal, dass der Transporter binnen Sekunden von einer quirligen Horde kleiner Menschen umringt ist, nicht das erste Mal, dass man eine Melange aus Neugier, Bewegungsdrang und ausgelassenem Spiel erlebt.
Die Kinder waren bestens von „Kirche in Aktion“ versorgt und konnten sich noch gar nicht entscheiden, was sie zuerst machen sollten. Seilspringen, Kubb spielen oder doch lieber eine wilde Verfolgungsjagd mit einem der kleinen gelben Tretautos? Es gibt aber auch die eher stillen und schüchternen Kinder, die dann am Rande des Geschehens sitzen und mit Malkreide das graue Pflaster in einen bunten Teppich verwandeln.
Doch an diesem Samstagnachmittag gibt es einen gravierenden Unterschied: Auch die Eltern sind eingeladen. Am Anfang sind es nur wenige, doch nach und nach überwiegt die Neugier und so finden sich immer mehr Erwachsene ein und aus dem Pavillon dringt ein fröhliches Stimmengewirr den Neuankömmlingen entgegen.
Das Team der Freien evangelischen Gemeinde hat es geschafft, die „Oase“ wieder zu beleben, aus Personal- und Zeitmangel war das Projekt nach dem ersten Versuch eingeschlafen. Noch vor den Sommerferien soll das Angebot nun wiederholt werden. Während die Kinder während der Schulzeit Abwechslung haben, weil sie zur Schule gehen und auch mal rauskommen und andere Kinder treffen, sieht es bei den Eltern oft ganz anders aus. Mangels Beschäftigung und Geld sind sie Tag für Tag auf ihre wenigen Quadratmeter angewiesen, wem würde da nicht die Decke auf den Kopf fallen. Da ist so ein Angebot willkommen – der nächste Termin wartet schon.
2. Juli 2023 | Alle
Wie Transportunternehmen an unserem Gemeingut verdienen
Die autofahrenden Bewohner im Gebiet der Elsa-Brändström-Straße kennen das Leid, wenn sie abends einen Parkplatz suchen müssen. Das Problem ist nicht ganz neu, denn bereits 1979, als die Hochhäuser nach ihrer Fertigstellung bezogen wurden, war in den Zeitungen von diesem Parkplatzproblem die Rede.
Ein Grund dafür ist, dass zwar für jede Wohneinheit Stellplätze vorgesehen sind, diese aber oft nicht genutzt werden. Und Tiefgaragenplätze können zwar angemietet werden, müssen es aber nicht. Heute, wo viele Haushalte mehr als ein Auto haben, denken sich die Bewohner: Warum mieten, wenn man auf der Straße umsonst parken kann? Die Folge: Die vorgesehenen Stellplätze am Haus und in der Tiefgarage bleiben leer und der Straßenrand wird rücksichtslos zugeparkt, so dass kein Kinderwagen oder Rollator mehr ungehindert passieren kann. Leidtragende sind dann diejenigen, die keinen Parkplatz mieten können oder Besuch haben.
In den letzten Jahren hat sich die Situation noch verschärft und es ist zu beobachten, dass abends immer mehr Kleintransporter die Parkplätze belegen. Durch ihre größere Breite und Länge benötigen sie mehr Platz, den es aber nicht gibt. Und so quetschen sie sich in die kleinen Parklücken, während der/die Fahrer*in des daneben parkenden Autos schauen muss, wie er/sie einsteigen kann.
Meist sind die Fahrer aber auch Opfer einer gnadenlosen Ausbeutung, eines bedingungslosen Wettbewerbs, nur um uns Kunden immer schneller und billiger mit dem Neuesten zu versorgen, was die schöne bunte Warenwelt so hergibt. Da jeder Euro zählt, greifen die Transportunternehmen zu dem Mittel, dass die Fahrer das Fahrzeug auch privat nutzen dürfen. Diese Vereinbarung ist Bestandteil des Arbeitsvertrages und stellt einen Geldwertevorteil dar, der sich auch steuerlich auswirkt.
Der Fahrer hat auch den Vorteil, dass er morgens direkt von zu Hause losfahren kann und nicht erst in die Firma fahren muss. Die Fahrer kümmern sich dann auch meist besser um die Fahrzeuge und das meistens in ihrer Freizeit.
Aber der größte Vorteil, den der Unternehmer hat, ist, dass er keine Parkplätze braucht und bei den heutigen hohen Preisen ist das schon ein ganz schönes Sümmchen, das er sich zusammensparen kann. Und so okkupiert er den öffentlichen Straßenraum für seine betrieblichen Zwecke und der Steuerzahler bezahlt das auch noch.
Wir dürfen uns aber auch nicht beschweren, schließlich sind die Fahrer für uns unterwegs, wir sind Teil einer Konsumgesellschaft, die immer schneller und größer werden will. Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn wir abends keinen Parkplatz finden oder unsere Autos zugeparkt werden.
Ein ähnliches Thema ist das Abstellen von Wohnmobilen und Wohnwagen im Straßenraum. Weniger im Bereich der Elsa-Brändström-Straße, aber an anderen Stellen umso mehr, wird auch dies zunehmend zu einem Ärgernis, da sich die Besitzer vor dem Kauf ihres Freizeitmobils oft keine Gedanken darüber machen, wo das Fahrzeug abgestellt werden kann, wenn es nicht gebraucht wird.
Zur Rechtfertigung heißt es dann, dafür zahle ich schließlich Kfz-Steuer. So ist es aber nicht, generell muss man, wenn man sich ein Auto leisten will, auch die Steuer, die Versicherung, die Werkstattkosten und natürlich auch den Parkplatz mit einkalkulieren. Man geht einfach zu selbstverständlich davon aus, dass es überall Parkplätze gibt. Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut oder gekauft hat, weiß, was ein Parkplatz kostet. Aber auch in den Einfamilienhaussiedlungen sieht man dann die Garagen, die nicht mehr genutzt werden können, weil sie mit allem Möglichen vollgestopft sind und das Auto dann auf der Straße stehen muss.
(TB)
2. Juli 2023 | Alle, Aktuelles, ELSA-Zeitung, In eigener Sache, Gonsenheim
In dieser Ausgabe:
- Büchersommer mit Buchtipps
- ein Bericht der Gonsenheimer Büchereien
- ein Ausflugtipp nach Limburg
- ein neues Projekt: Lesen & schreiben
- und, und, und …
Das PDF kann hier runtergeladen werden. Die gedruckte Version liegt nächste Woche aus.
30. Juni 2023 | Alle, Aktuelles, Ausstellung, In eigener Sache, Gonsenheim, Veranstaltung
Ausstellung „Auf Sand gebaut“ zum Jubiläum der Hochhäuser eröffnet
Als im Januar 2022 die Ausstellung „Briefe von der Front“ erfolgreich zu Ende ging, war das nächste Projekt der Arbeitsgruppe im Stadtteiltreff schon längst in Vorbereitung. Im September 2022 startete das neue Projekt. Man hatte sich das Jubiläum der Grundsteinlegung der Hochhäuser in der Elsa-Brändström-Straße zur Aufgabe gemacht. Nun, am 20. Juni 2023 war es soweit und die Ausstellung konnte im Stadtteiltreff unter Beteiligung einer interessierten Öffentlichkeit eröffnet werden.
Die erste Resonanz war durchweg positiv und auch für die Macher war es immer wieder erstaunlich, dass ein auf den ersten Blick so spröde erscheinendes Thema so viele Facetten haben kann. Dies war unter anderem einem kleinen Team zu verdanken, das sich durch die Archive der Stadt Mainz und des Heimatmuseums Gonsenheim wühlte. Ein zweiter Glücksfall war der Kontakt zu den Betonisten und einem ihrer Vertreter, Robinson Michel, der selbst in der Elsa wohnt und von der Seite her doppelt belastet war.
Im Laufe der weiteren Zusammenarbeit ergaben sich viele interessante Kontakte und Gespräche, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild verdichteten. Aus dem Material entstanden schließlich 16 Ausstellungsplakate, die einen Überblick über das Wohngebiet und seine Architektur geben.
Nach der Eröffnungsveranstaltung gibt es noch zwei weitere Termine als Begleitprogramm zur Ausstellung. Am 2. Juli findet am Stadtteiltreff ein Jubiläumsfest mit Zeitzeugengesprächen und einer Architekturführung statt. Natürlich gibt es Kaffee und Kuchen und auch für die Kinder ist gesorgt. Am 20.07. wird die Architekturführung wiederholt und anschließend ein Vortrag über Hochhäuser gehalten.
(TB)
